Akku gegen Benzin

Foto: STIHL

Jeder Campingunternehmer macht sich Gedanken, ob die Zukunft auf dem Platz am Strom hängt. Das startet bei den Gästen und endet beim eigenen Fuhrpark und Werkzeug. Ein beispielhafter Kostenvergleich zwischen einer Akku- und einer Benzinsäge gibt erste Aufschlüsse wohin die Reise geht.

Neben Leistung, Zuverlässigkeit und Ladeinfrastruktur sind für Profigeräte die Kosten ein wichtiges Kriterium, wenn es um die mögliche Umstellung von Benzin- auf Akku- Motorgeräte geht. Ein beispielhafter Vergleich anhand von Motorsägen zeigt, dass die Anschaffungskosten für eine Akku-Säge inkl. Akkus und Ladegerät zwar höher sind als die für das entsprechende Benzingerät. Gleichzeitig liegen jedoch die Kosten fürs „Tanken“ – also für Strom oder Kraftstoff – beim Akku-Beispiel über die gesamte Lebensdauer des Geräts hinweg erheblich niedriger als beim Benzin-Pendant.

Dieser Beispielrechnung liegt die Akku-Profi-Säge Stihl MSA 260 C-O zugrunde, die aktuell 849 Euro kostet. Hinzu kommt die Annahme, dass ein Profi für den unterbrechungslosen Betrieb der Akku-Säge vier Akku-Packs AP 200.0 P für insgesamt 1.196 Euro und ein Schnellladegerät AL 1802 MO für 699 Euro benötigt. Dadurch ergeben sich für die Akku-Variante Anschaffungskosten von insgesamt 2.744,00 Euro. Die vergleichbare Benzinsäge STIHL MS 201 C-M kostet dagegen 1.069 Euro.

Die beispielhafte Kostenberechnung für Strom bzw. Kraftstoff basiert auf einer Laufzeit der Maschinen von etwa 3 Stunden je Arbeitstag und 240 Arbeitstagen im Jahr. Die Laufzeit der MSA 260 C-O beträgt mit vollem AP 200.0 P (222 Wh) bei typischer Anwendung üblicherweise rund 25 Minuten. Für einen knapp dreistündigen Betrieb (175 Minuten) sind somit sieben Akkuladungen à 222 Wh erforderlich. Beim Benzinmodell STIHL MS 201 C-M liegt die Laufzeit mit einer Tankfüllung (0,3 l) bei einer vergleichbaren Anwendung bei ca. 17 Minuten. Um die gleiche Laufzeit wie die Akkusäge zu erreichen, sind somit gut 10 Tankfüllungen bzw. 3,1 Liter Kraftstoff erforderlich.

Bei einem Preis von ca. 6,90 Euro für einen Liter des vorgemischten 2-Takt-onderkraftstoffs MotoMix (Preis auf Basis eines 5-Litergebindes, Stand 23.04.2026) und einem Strompreis von 0,35 Euro pro kWh entstehen somit Kosten pro Tag fürs „Tanken“ in Höhe von 21,39 Euro für Kraftstoff, bei Strom sind es dagegen nur 54 Cent. Hochrechnet auf ein Jahr liegen die Kraftstoffkosten damit bei ca. 5.133,60 Euro, während die Stromkosten nur rund 130 Euro betragen. So ergibt sich bereits nach einem Jahr ein Gesamtkostenvorteil für die Akku-Variante bezogen auf Anschaffung und Betrieb von 3.328,60 Euro gegenüber der Benzin-Variante.

Die tatsächlichen Kosten können im Vergleich zu dieser Beispielrechnung variieren – etwa durch unterschiedliche Strompreise, günstigere Kraftstoffalternativen oder abweichende Laufzeiten aufgrund entsprechender Einsatzbedingungen. Grundsätzlich zeigt diese Berechnung jedoch, dass ein Gesamtkostenvorteil der Akku-Variante bereits nach kurzer Zeit erreicht werden kann.

Berücksichtigt man zusätzlich die bei Verbrenner-Motoren üblichen Kosten für Wartungen sowie Verschleiß- und Verbrauchsmaterialen wie beispielsweise Zündkerzen, wird der Kostenvorteil von Akku-Geräten noch deutlicher. Darüber hinaus lassen sich die vorhandenen Akku-Packs auch für andere Akku-Geräte aus dem bisherigen AP- sowie dem neuen ALLPRO-System von STIHL nutzen, wodurch sich bei der Umstellung von Benzin auf Akku weitere Kosteneinsparungen ergeben.

Ein Wirtschaftlichkeitsrechner unter https://www.stihl.de/de/produktberater/akkuwirtschaftlichkeitsrechner ermöglicht den Vergleich von weiteren Akku- und Benzingeräten von Stihl.