Unternehmen mit Finanzierungsbedarf kommen immer schwerer an Kredite. Laut KfW Research berichteten im vierten Quartal 2025 37,8 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) von verschärften Kreditbedingungen – ein neuer Höchststand. Bei Großunternehmen lag der Anteil bei 29,4 Prozent, ein deutlicher Anstieg zum Vorquartal. Doch wie können Unternehmen aus eigener Kraft Liquidität freisetzen?
Unternehmen können ihre Liquidität oft deutlich verbessern, ohne neue Kredite aufzunehmen – allein durch die konsequente Nutzung staatlicher Förderprogramme und steuerlicher Anreize. Zuschüsse für Investitionen in Energieeffizienz, Digitalisierung und Innovation sowie Instrumente wie die Forschungszulage senken die Eigenmittelbelastung erheblich. Dennoch bleiben viele dieser Potenziale ungenutzt. „Eine strukturierte Förderstrategie reduziert den Kapitalbedarf und verbessert die Liquidität deutlich. Teilweise sind Fördersummen im sechs bis siebenstelligen Bereich möglich“, sagt Efe Duran Sarikaya, CEO von Epsa Deutschland.
Ein zentraler Hebel für mehr finanzielle Spielräume liegt im Working Capital und damit direkt im Einkauf und in der Lieferkette. Durch optimierte Bestände, präzisere Bedarfsplanung und effizientere Abläufe lässt sich gebundenes Kapital freisetzen, ohne die Lieferfähigkeit zu gefährden. Beispielsweise lassen sich Bestände oft um fünf bis 20 Prozent reduzieren. Der Einkauf kann zusätzlich über bessere Zahlungsziele, Rahmenverträge, lieferantengeführte Lager oder Mengenbündelungen bzw. Einkaufskooperationen Liquidität schaffen. So lassen sich fünf bis 15 Prozent im Einkauf einsparen.
Preisverhandlungen, Cost Engineering und eine fertigungsgerechte Lieferantenauswahl können die Produktkosten je nach Ausgangssituation im deutlich zweistelligen Prozentbereich senken. „Zu hohe Kosten sind meist nur das Symptom. Entscheidend ist, Einkauf, Prozesse, Lieferketten und Lieferantenstrategien strategisch zu optimieren und datenbasiert zu steuern. Grundlage dafür ist eine präzise Bedarfsprognose und Planung.
Denn der Einkauf kann nur so gut arbeiten, wie die Planung es vorgibt – bei fehlerhaften Prognosen bleibt oft nur die schnelle Reaktion auf Engpässe, Preissteigerungen oder Überbestände. Mit digitalen Tools und KI gewinnen Unternehmen Transparenz über Ausgaben, Bestände und Risiken und schaffen so nachhaltige Kostensenkungen sowie zusätzliche Liquidität“, erklärt Lieferkettenexperte Ingo Glawe, Senior Partner bei Kloepfel by Epsa.
Wenn Vertrieb, Produktion, Einkauf, Logistik und Finanzplanung enger verzahnt sind, entsteht Klarheit über Bestände, Bedarfe und Zahlungsströme. Digitale Tools und datenbasierte Analysen helfen, Überbestände zu vermeiden, Kostentreiber sichtbar zu machen, Risiken aufzudecken und Investitionen gezielter zu steuern. „So wird Liquidität nicht nur kurzfristig gesichert, sondern dauerhaft verbessert“, sagt Ulrich Blank, Senior Manager bei Kloepfel by Epsa.
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