Weltbienentag: Wildbienen stark gefährdet

Am 20. Mai ist Weltbienentag. Ein Tag, der von Jahr zu Jahr wichtiger wird, denn viele Bienen sind stark gefährdet.

Biene auf einer Blume
Foto: Pixabay

Wildbienen gehören zu den wichtigsten Bestäubern unserer Ökosysteme. In Deutschland sind über 560 Arten bekannt, die meisten davon leben solitär, also ohne Staatenbildung. Anders als die bekannte Honigbiene bilden sie keine großen Völker und verteidigen keine Vorräte. Deshalb sind Wildbienen für Menschen in der Regel ausgesprochen friedlich und stellen auch auf Campingplätzen praktisch kein Risiko dar. Viele Arten besitzen zwar einen Stachel, setzen ihn jedoch kaum ein, da sie keine Kolonie verteidigen müssen. Für Gäste bedeutet das: Wildbienen sind meist kaum wahrnehmbar und deutlich weniger konfliktträchtig als Wespen.

Ökologisch leisten Wildbienen einen enormen Beitrag. Sie bestäuben einen großen Teil der heimischen Wildpflanzen und zahlreiche Nutzpflanzen. Einige Arten sind hoch spezialisiert und besuchen nur bestimmte Pflanzenfamilien. Dadurch sichern sie die Fortpflanzung vieler Pflanzenarten und tragen maßgeblich zur Stabilität von Ökosystemen und zur biologischen Vielfalt bei.

Gleichzeitig stehen Wildbienen heute stark unter Druck. Einer der wichtigsten Gründe ist der Verlust geeigneter Lebensräume. Durch intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung und monotone Grünflächen verschwinden blütenreiche Wiesen, Ackerränder und strukturreiche Landschaftselemente. Hinzu kommt der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere Insektiziden. Diese können Wildbienen direkt schädigen oder indirekt ihre Nahrungsgrundlage reduzieren. Selbst geringe Mengen bestimmter Wirkstoffe können Orientierung, Fortpflanzung und Entwicklung der Tiere beeinträchtigen.

Wenn gleichzeitig blütenreiche Pflanzen fehlen, verschärft sich der Effekt: Die Tiere finden weniger Nahrung und sind zusätzlich chemischen Belastungen ausgesetzt. Gerade in solchen Landschaften können naturnahe Bereiche wie Campingplätze zu wichtigen Rückzugsräumen werden. Viele Anlagen verfügen über Grünflächen, Hecken, Randbereiche oder wenig intensiv gepflegte Zonen – Strukturen, die sich mit geringem Aufwand zu wertvollen Lebensräumen entwickeln lassen.

Ein zentraler Ansatz ist die Bereitstellung geeigneter Nistmöglichkeiten. Rund drei Viertel der Wildbienenarten nisten im Boden. Kleine, sonnige Sandflächen oder offene Bodenstellen können daher gezielt angelegt werden. Andere Arten nutzen Hohlräume in Totholz oder markhaltigen Pflanzenstängeln. Nisthilfen aus Holz mit unterschiedlich großen Bohrlöchern oder Bündel aus Schilf- und Bambusröhrchen können diese Strukturen nachahmen. Wichtig ist eine sonnige, trockene Lage. Ebenso entscheidend ist ein vielfältiges Blütenangebot vom frühen Frühjahr bis in den Herbst. Heimische Wildpflanzen wie Flockenblumen, Salbei, Thymian, Natternkopf oder Glockenblumen liefern reichlich Pollen und Nektar. Werden solche Pflanzen in Beete, Wegränder oder kleine Blühflächen integriert, entsteht ein kontinuierliches Nahrungsangebot.

Damit Gäste sich weiterhin wohlfühlen, sollten diese Maßnahmen bewusst in ruhigeren Bereichen des Platzes umgesetzt werden – etwa an Randzonen, Naturbereichen oder entlang von Hecken. Ergänzend können kleine Informationstafeln erklären, dass Wildbienen friedlich sind und eine wichtige Rolle im Naturhaushalt spielen. So wird der Campingplatz nicht nur zu einem Ort der Erholung, sondern auch zu einem kleinen Schutzraum für eine bedrohte Tiergruppe. Gäste erleben Natur unmittelbar, Kinder lernen ökologische Zusammenhänge kennen – und Wildbienen finden Lebensräume, die in vielen Kulturlandschaften bereits selten geworden sind.

Infos unter: www.weltbienentag.de