CI: Zuallererst herzlichen Glückwunsch zum zehnten Jubiläum des NCT – was für eine Erfolgsgeschichte. War es denn bereits bei der Einführung absehbar, dass sich der NCT in relativ kurzer Zeit zu so einer erfolgreichen Veranstaltung entwickelt?
Gunnar Mehnert: Vielen Dank. Wir freuen uns sehr, dieses Jahr unser zehntes Jubiläum zu feiern und blicken auf neun erfolgreiche Norddeutsche Campingtage in verschiedenen Locations sowie auf einen digitalen Norddeutschen Campingtag aufgrund der Corona-Pandemie zurück. Gemeinsam mit der Agentur Fincke Werbung haben wir die Veranstaltung zu einer festen Größe in der Campingbranche entwickelt und immer wieder einen Blick auf Innovationen und Trends geworfen.
Notwendige Weichen für die Neuausrichtung
Als wir 2015 mit dem ersten NCT gestartet sind, konnten wir noch nicht absehen, in welche Richtung sich die Veranstaltung entwickeln wird. Wir waren allerdings davon überzeugt, dass unsere Branche genau einen solchen Kongress – Fachausstellung kombiniert mit branchenrelevanten Vorträgen – braucht und sind daher enthusiastisch in die Organisation gestartet.
CI: Dieses Jahr findet unter der Schirmherrschaft des BVCD SH erstmals der NCT unter eigener Leitung statt und verabschiedet sich damit von der Agentur Fincke Werbung. Was sind die genauen Hintergründe und wie kam es zu diesem Wechsel?
GM: Wir haben zehn Jahre lang erfolgreich mit Fincke Werbung zusammengearbeitet und haben einige Meilensteine erreicht. Letztes Jahr hat sich die Agentur dazu entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden, um einen neuen Weg zu gehen. Wir wünschen Fincke Werbung alles Gute für die berufliche Zukunft. Gemeinsam mit unseren Ausstellenden sowie langjährigen Partnern werden wir den NCT 2025 in der Hansestadt Lübeck in eigenständiger Organisation durchführen.
Eine wichtige Änderung zum NCT 2024 wird es geben.
CI: Wie wird sich der NCT mit diesem Wechsel verändern? Wird es Umstrukturierungen oder Neuerungen geben?
GM: An der eigentlichen Zusammensetzung sowie Aufstellung des NCT wird sich nicht viel ändern. Die sechs Landesverbände werden weiterhin eng zusammenarbeiten – nun mit der Unterstützung einer eigenen operativen Ebene: die Geschäftsstelle in Rostock. Zuerst einmal waren wir daher dabei, uns entsprechend in unserer Geschäftsstelle neu aufzustellen und die notwendigen Weichen für die Neuausrichtung zu stellen. Da wir von Anfang an involviert waren, können wir auf unserer Expertise und Erfahrungen aus den letzten Jahren zurückgreifen.
Eine wichtige Änderung zum NCT 2024 wird es geben – dieses Jahr können wieder alle Campingplatzbetreibende aus ganz Deutschland, unabhängig einer Verbandsmitgliedschaft im BVCD, an dem Kongress teilnehmen. Wir planen dieses Jahr neben dem Rahmenprogramm mit Fachvorträgen auch einige Workshops ein. Derzeit befinden wir uns in der intensiven Planung, wie wir die Wünsche der Teilnehmenden sowie Ausstellenden bestmöglich kombinieren. Dieses Jahr findet das Get-together auch direkt im Ausstellungsbereich statt, wodurch wir einen intensiveren Austausch zwischen den Teilnehmenden und Ausstellenden ermöglichen wollen.
An diesem Konzept möchten wir auch weiterhin festhalten.
CI: Welche Themengebiete, die Ihnen besonders am Herzen liegen, werden dieses Jahr in den Vorträgen behandelt?
GM: Ein Hauptfokus wird auch in diesem Jahr wieder auf dem Thema Digitalisierung liegen. Wir planen hier neben einem Vortag auf der Hauptbühne auch Workshops ein. Insbesondere möchten wir hier auf die beiden Projekte CampNerd mit seinem Channel Manager CHANGER sowie die neue Buchungsplattform BANAKI, beide Projekte laufen in Kooperation mit dem BVCD, hinweisen. Traditionell wird es einen Programmpunkt zu Rechtsthemen mit RA Florian Riechey sowie RA Florian Steiner geben. Von den Teilnehmenden angeregt, werden wir auch Themen wie Unternehmensnachfolge und zukunftsfähige Energieversorgung beleuchtet.
CI: Mit wie vielen Ausstellern dürfen wir dieses Jahr rechnen?
GM: Wir rechnen mit der gleichen Ausstellerzahl wie letztes Jahr – ca. 100 Ausstellende. Da die Location optimal gelegen ist und wir gerade auch im Außenbereich weitere Standmöglichkeiten haben, rechnen wir dort mit zusätzlichen Ausstellenden.
CI: In Mainz findet nur wenige Wochen vorher am 28. und 29. Oktober das erste Mal die CampExpo statt. Kann das zur Überlagerung der Interessen führen?
GM: Sowohl die Veranstalter der CampExpo als auch wir vom NCT verfolgen das gemeinsame Ziel, die Campingbranche qualitativ sowie zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Wir unterscheiden uns durch die inhaltlichen Akzente. Durch das besondere Tagungsprogramm, das wir ausgehend von den Themenwünschen unserer langjährigen Teilnehmenden sowie unserer Mitglieder planen, schaffen wir einen großen Mehrwert.
Der Austausch untereinander wird auch in Zukunft wichtig bleiben.
Dank der entsprechenden Fachreferenten können wir uns intensiver mit den Themenschwerpunkten der Branche auseinandersetzen. Durch den Dreiklang aus Fachausstellung, Fachtagung und Netzwerkveranstaltungen (Get-together und Abendveranstaltung) schaffen wir ein vielfältiges Veranstaltungsformat. Wir sehen es als ein Wiedersehen, Kennenlernen, Netzwerken untereinander an, wo vor allem die Campingbranche im Mittelpunkt steht.
CI: Mit dem Standpunkt Mainz ist die CampExpo relativ zentral gelegen und ist somit für alle gleichermaßen gut erreichbar. Gibt es bereits erste Überlegungen, auch den NCT auf einen zentral gelegenen Standpunkt zu verlegen?
GM: Nein, vorerst nicht. Mit bewusst gewolltem Rotationsverfahren durch sechs norddeutsche Bundesländer sprechen wir verschiedene Ausstellende und Campingplatzbetreibende aus den jeweiligen Regionen an. An diesem Konzept möchten wir auch weiterhin festhalten, um vielfältige Locations mit interessanten Standortfaktoren vorzustellen.
Der Norddeutsche sowie Süddeutsche Campingtag wurden damals gegründet, um den jeweiligen Mitgliedern aus den Landesverbänden eine zentrale Netzwerkplattform zu bieten. Die gute Erreichbarkeit und zentrale Lage eines Standortes sind von der Betrachtung des Gastes abhängig. Für viele aus dem hohen Norden wäre eine Anreise nach Mainz mit einem langen Anfahrtsweg verbunden.
CI: Wird besonders das Netzwerken wie z. B. auf dem NCT für Campingplätze in Zukunft immer wichtiger?
GM: Ja, der Austausch untereinander wird auch in Zukunft wichtig bleiben. Solche Veranstaltungen ermöglichen einen intensiven fachlichen Austausch mit Gleichgesinnten, die ähnlichen Herausforderungen gegenübergestellt sind. Der NCT bietet den Betreibenden eine Plattform, um sich über Neuigkeiten sowie Fortschritte in beispielsweise der Digitalisierung zu informieren und direkt tieferführende Gespräche mit den entsprechenden Ausstellenden zu führen. Wir freuen uns, die Campingplatzbetreibenden auf dem diesjährigen 10. Norddeutschen Campingtag in der Musik- und Kongresshalle zu begrüßen.
Das Interview führte Susanne Nitsch