Kettensägenschein: Wann er Pflicht ist und wer ihn braucht

Von der rechtlichen Verpflichtung bis hin zu den vielen Sicherheitsvorteilen - das müssen Campingplatzbesitzer wissen.

Mann mit orangener Schutzausrüstung sägt Baum. Er macht einen Kettensägenschein.
Der Umgang mit einer Motorsäge ist anspruchsvoll und birgt Risiken, die sich durch fundiertes Wissen und die richtige Technik minimieren lassen. Genau hier setzt der Kettensägenschein an. Foto: Stihl

In einem spezialisierten Motorsägenkurs werden Teilnehmer umfassend geschult, um sicher und verantwortungsvoll mit der Kettensäge zu arbeiten. Das erlernte Wissen ist nicht nur für private Anwender von Bedeutung, sondern auch Voraussetzung für viele berufliche Tätigkeiten im Forst- und Gartenbereich.

Was ist der Kettensägenschein?

Mann im Garten der mit einer Kettensäge Holz sägt.
Zwar nicht zwingend erforderlich, ist der Nachweis auch für den privaten Einsatz auf dem eigenen Grundstück sehr zu empfehlen. Foto: Stihl

Der Kettensägenschein ist ein Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einem Motorsägenkurs. Diese Qualifikation erlaubt es Ihnen, Brennholz in öffentlichen Wäldern aufzuarbeiten, und vermittelt essenzielles Wissen über die sichere Nutzung von Motorsägen.

Im Kurs wird die richtige Handhabung des Geräts, der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur sowie die Bedeutung der persönlichen Schutzausrüstung gelehrt.

Für private Einsätze auf dem eigenen Grundstück ist ein solcher Nachweis zwar nicht zwingend erforderlich, jedoch ist die Teilnahme an einem Kurs auch hier sehr zu empfehlen. Wer jedoch abseits des privaten Bereichs, beispielsweise im gewerblich genutzten Park oder Wald, arbeiten möchte, ist in Deutschland verpflichtet, den Kettensägenschein zu besitzen.

Wann ist der Kettensägenschein Pflicht?

Ein Kettensägenschein wird in fast allen Situationen benötigt, die außerhalb des eigenen privaten Grundstücks stattfinden. Beispielsweise bei der Brennholzgewinnung im öffentlichen Wald oder Arbeiten auf dem Platzgelände. Auch Waldbesitzer, die selbstständig Holz aufarbeiten, benötigen den Nachweis.

Der Kettensägenschein ist fester Bestandteil der Ausbildung für zahlreiche Berufe, in denen Motorsägen verwendet werden. Ohne gültigen Kettensägenschein drohen Bußgelder bis zu 500 Euro. Wiederholte Verstöße können mit noch höheren Strafen geahndet werden.

Kursaufbau und Inhalte

Kettensäge von Stihl, die von Mann mit Pinsel sauber gemacht wird.
In Kombi: praktisches und theoretisches Wissen, wie etwa über den Aufbau, die Funktion, Pflege und die Wartung der Motorsäge. Foto: Stihl

Motorsägenkurse bestehen in der Regel aus ein- bis zweitägigen Modulen, die aufeinander aufbauen. Der Kurs kombiniert theoretisches Wissen mit praktischen Übungen und umfasst meist folgende Inhalte:

  • die Grundlagen der Unfallverhütungsvorschriften und des Risikomanagements
  • den Aufbau, die Funktion, Pflege und Wartung der Motorsäge
  • die Bedeutung und Nutzung der persönlichen Schutzausrüstung
  • die Grundlagen der Schnitttechnik und Materialkunde
  • die Analyse von Spannungen im Holz

In der Praxis wird handwerkliches Können geübt und geprüft. Also das Sägen von liegendem Holz, Schnitttechniken für unterschiedliche Einsatzbereiche, Entastung und Aufarbeitung von Stamm- und Astholz, die Wartung und das Schärfen der Kettensäge.

Vertiefende Module befassen sich mit anspruchsvollen Aufgaben wie dem Fällen und Entasten von Bäumen oder Arbeiten in Baumkronen mit Hubarbeitsbühnen.

Die Anforderungen für einen Motorsägenkurs

Mann in orangener Schutzausrüstung im Wald, der einen Baum sägt.
Teil der praktischen Übungen sind unteranderem die Grundlagen der Schnitttechnik. Foto: Stihl

Um an einem Kettensägenkurs teilnehmen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Mindestalter von 18 Jahren
• physische und mentale Eignung zum sicheren Führen einer Motorsäge
• eigene, vollständige persönliche Schutzausrüstung
• je nach Kursangebot eine eigene Motorsäge

Die genauen Anforderungen können bei den jeweiligen Veranstaltern erfragt werden.

Kosten und steuerliche Absetzbarkeit

Die Kosten für einen Kettensägenschein variieren je nach Anbieter und Kursmodul. Das erste Modul kostet im Durchschnitt etwa 100 Euro. Vertiefende Kurse können ab 400 Euro beginnen. Für gewerblich tätige Personen sind diese Kosten in der Regel steuerlich absetzbar. Berufliche Weiterbildung genießt in Deutschland steuerliche Vorteile, sodass die Ausgaben als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Die persönliche Schutzausrüstung

Schutzausrüstung für einen Kettensägenschein von der Marke Stihl, in orange und grau: Hose, Ohrenhörer, Schuhe und eine Kettensäge auf einem Holzstapel am See.
Elemente wie Gehörschutz, Schutzhandschuhe und eine Arbeitshose, gehören zwingend zur Ausstattung. Foto: Stihl

Ohne die richtige Schutzausrüstung ist die Teilnahme an einem Motorsägenkurs oft schwierig. Folgende Elemente gehören zwingend zur Ausstattung:

  • Schutzhelm mit integriertem Gehör- und Gesichtsschutz,
  • Schutzhandschuhe aus robustem Material und mit Schnittschutzeinlagen
  • Schnittschutzhose zum Schutz der Beine vor schweren Verletzungen
  • Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen und rutschfester Sohle
  • Warnwesten oder signalfarbene Arbeitsjacken für bessere Sichtbarkeit

Die Schnittschutzkleidung muss regelmäßig gereinigt und geprüft werden. Schäden an der Schnittschutzeinlage dürfen nicht selbst repariert werden, da dies die Schutzfunktion beeinträchtigt. Waschhinweise wie der Schonwaschgang bei maximal 60 Grad und das Vermeiden von Weichspüler sollten unbedingt beachtet werden.

Warum der Kettensägenschein wichtig ist

Mann schraubt an einer Kettensäge im Wald.
Das Wissen über die Technik und Wartung der Motorsäge minimiert das Risiko von Unfällen. Foto: Stihl

Neben der rechtlichen Verpflichtung bringt der Motorsägenkurs auch erhebliche Sicherheitsvorteile. Das Wissen über die Technik und Wartung der Motorsäge minimiert das Risiko von Unfällen, während die praktische Übung die Handhabung optimiert.

Gleichzeitig fördert die richtige Anwendung den respektvollen Umgang mit der Natur und das nachhaltige Arbeiten im Wald. Mit der Teilnahme an einem Motorsägenkurs erwerben die Teilnehmer die Qualifikation, die nicht nur das Wissen und Können erweitert, sondern auch die Sicherheit gewährleistet.


Hier Kurse finden und buchen: 
www.dekra-akademie.de – Die Dekra-Akademie bietet den Kurs „Motorkettensägen bedienen mit Grundlagen nach DGUV“ ab 580 Euro an 12 Standorten an.
www.stihl.de/de/ratgeber-projekte – Hier kann der einfache Kettensägenschein beim Handelspartner ab 100 Euro erworben werden. Weitere Module liegen bei 400 Euro.
www.fortbildung24.com – Im Ratgeber Kettensägenschein gibt es einen Link zu den bundesweit angebotenen Terminen.
www.euroforst.de – Euroforst bietet Kurse in ganz Deutschland.