Projekt Lebensturm: Lebensraum für Insekten, Igel und Vögel

Artenförderung auf einem Quadratmeter

Skizze Lebensturm-Aufbau
Grafik: Angelika Stein

Ein Lebensturm bietet im Sinne des Naturschutzes vielen kleineren Arten Unterschlupf. Anders als bei einem Insektenhotel, welches hauptsächlich Wildbienen einlädt, gibt der Lebensturm in seinen Stockwerken auf nur einem Quadratmeter Grundfläche verschiedenen Arten einen Wohnraum und fördert die biologische Vielfalt.

Leser von CampingImpulse kennen den Lebensbaum schon als Markenzeichen der Schweizer Campingkette Camping Lodge, die nun die deutsche Azur-Kette übernommen hat. Auf jedem Platz steht so ein Lebensbaum oder soll in diesem Jahr noch dazukommen. Nun hat auch der NABU das Thema für sich entdeckt und fördert den Bau dieser Lebensräume für Tiere. Viele Lebensräume sind in unseren aufgeräumten Landschaften und Gärten verloren gegangen, sodass zahlreiche Tiere keinen Unterschlupf mehr finden. Mit dem Bau eines Lebensturmes kann auf einer kleinen Fläche vielen Nützlingen und Kleintieren ein geschützter Lebensraum angeboten werden.

Igel auf einer Wiese
Auch Igel finden ganz unten im Lebensturm in einem mit Laub gefüllten Bereich einen Unterschlupf. Foto: Pixabay/Alexas_Fotos

Wozu dient ein Lebensturm?

Schädlinge können sich nur dann massenhaft vermehren, wenn natürliche Gegenspieler ausbleiben. Fehlen die Schädlinge jedoch völlig, gibt es keine Nahrung für Nützlinge. Der Turm wird durch die abwechslungsreiche Gestaltung zu einem Lebens- und Erholungsraum für seine Bewohner. Die Beziehung zur Natur wie auch die Freude am Lebendigen können mit dem Lebensturm gefördert werden. Durch vielfältige und naturnahe Strukturen offerieren wir mit dem Turm ein Zuhause für die heimische Tierwelt. Um den Lebensturm herum muss es blühen: am besten vom Frühling bis in den Hebst hinein. Blütenpollen und -nektar sind das Lebenselixier für viele Insekten. Insekten – so ist die Natur – sind wiederum die Nahrungsgrundlagen für viele räuberische Tierarten.

Etagen-Gestaltung des Lebensturms

Einheimische Blumen, Stauden und Hecken sind Oasen der Vielfalt und ihre Blütenpracht kann das ganze Sommerhalbjahr prägen. Die Etagen des Turms werden mit unterschiedlichem Material bestückt. Die Skizze als Übersicht der möglichen Bau-Elemente zeigt, dass der Kreativität auf fachlich fundierter Grundlage keine Grenzen gesetzt sind. Ästhetik und Ökologie werden im Lebensturm vielgestaltig miteinander verwoben. Und schaffen so neue Lebensräume für Fauna und Flora. Die erste Etage besteht meist aus einer Trockensteinmauer ohne Mörtel. Hier kann sich auch das Laub anlagern, das Anziehungspunkt für viele Tiere ist. Holzbeigen (gestapelte Holzscheite) dienen als Versteck- und Sonnenplatz in der zweiten Etage. Aufeinandergestapelte Dachziegel mit Hohlräumen sind in der dritten Etage als Nisthilfen oder Unterschlupf beliebt.

Holzkisten sorgen für Ordnung im Lebensbaum. Deren Füllung ist von elementarer Bedeutung. Schließlich möchte man vermeiden, dass der Lebensturm mit den falschen Naturmaterialien befüllt ist, welche unsere gewünschten Bewohner dann nicht anlocken. Die Materialien dienen den Vögeln auch als Unterstützung für den Nestbau. Ein Dach schützt den Lebensturm und die Bewohner vor Feuchtigkeit. Durch den Witterungsschutz werden die Materialien weniger nass und ihr Nutzen für die Tiere wird erhöht.

Kosten für einen Lebensturm

Was kostet ein Lebensturm? Für einen 3 Meter hohen Turm rechnet der NABU mit 3.500 Euro, bei einem 4 Meter Turm liegen die Kosten 500 Euro höher. Fördermittel gibt es noch keine, aber der Symbolwert bei den Gästen ist unbezahlbar und die Natur wird es danken.

Auch beispielsweise auf der Website des BUND finden Sie Inspirationen für die Gestaltung eines Lebensturms.

Kontakt: NABU Heidewald, Römerstraße 27, 67133 Maxdorf, Tel.: 0176/25969317, www.nabu-heidewald.de